Bessere Adhärenz durch m-Health

  • erstellt am: 11.02.2013
  • von: ursula.kramer

Das Problem kostet enorm viel Geld: Fehlende Adhärenz verursacht alleine in den USA jährlich Kosten in Höhe von 290 Mrd. US $, so das New England Health Care Institute (NEHI). Die WHO geht von einem durchschnittlichen Niveau von ca. 50 % aus, d. h. die Hälfte aller Verordnungen und therapeutischen Empfehlungen wird nicht so durchgeführt, wie sie vom Arzt verordnet wurde. Zwei mhealth-Lösungen versprechen nun, die Adhärenz auf 81 % (MediSafe) bzw. 98% (Vitality GlowCaps) zu erhöhen. Das Problem Adhärenz hat viele Wurzeln. 1. Komplexität der Verordnungen: Wenn Patienten viele verschiedene Arzneimittel einnehmen müssen, die Medikamentenpläne dadurch sehr unübersichtlich werden, ist die Gefahr groß, dass Fehler gemacht werden. 2. Vergesslichkeit: Gerade ältere Menschen mit nachlassendem Gedächtnis vergessen die Einnahme von Arzneimittel oder nehmen sie auch häufig doppelt ein. 3. Angst vor tatsächlichen Nebenwirkungen oder vor gefürchteten Nebenwirkungen. 4. Arzneimittel, die aufgrund des finanziellen Eigenanteils vom Patienten nicht in der Apotheke eingelöst und nicht eingenommen werden. Mit Apps kann man die Arzneimitteleinnahme vereinfachen und unterstützen, z. B. durch Kalenderfunktionen und Erinnerungssignale sowie durch Wiederbestellhilfen. Sind allerdings psychologische oder finanzielle Gründe für die fehlende Adhärenz verantwortlich, hilft keine App und keine intelligente Tablettenbox, die leuchtet oder Töne von sich gibt, oder sich nicht mehr öffnet (MediSafe), wenn der Patient die Dosis bereits entnommen hat und so vor einer Überdosierung geschützt wird. Hier ist der Arzt gefragt, der diese Probleme im vertrauensvollen  Gespräch mit seinem Patienten erkennt und darauf reagiert. Weitere Informationen

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Dr. Ursula Kramer - Die Ap(p)othekerin bloggt auf HealthOn

Die Bloggerin

Die Vision eines gerechten, patientenorientierten Gesundheitssystems treibt die Ap(p)othekerin Dr. Ursula Kramer an. Digitalisierung sieht sie als Möglichkeit, diesem Ziel näher zu kommen. Seit 2011 testet sie Qualität, Sicherheit und Anwenderfreundlichkeit von Gesundheits-Apps. Sie will Transparenz schaffen und digitale Gesundheitskompetenz fördern. Sie teilt die Erfahrung aus der Analyse von mittlerweile über 10.000 Apps in Blogbeiträgen, Vorträgen und Publikationen. Mehr...