Sprechendes Auge für Sehbehinderte

  • erstellt am: 06.08.2013
  • von: ursula.kramer

Straßenschilder und Buslinien erkennen, im Supermarkt die Produktbeschreibungen auf Packungen lesen, Freunde im Kaffee erkennen, das kann für die rund 300.000 Sehbehinderten in Deutschland Wirklichkeit werden dank einer neuen Sehhilfe, die unter dem Namen OrCam von einem israelischen Unternehmen entwickelt und weltweit für 2.500  $ vermarktet wird. Und so funktioniert die hightech-Unterstützungshilfe: Die Bildkamera wird am Bügel der Brille befestigt, und ist mit einem Minicomputer über ein Kabel verbunden, das am Gürtel fixiert wird. Die Kamera arbeitet mit einem Bilderkennungsverfahren, das Texte in der Umwelt erfassen und über einen Knochenschalllautsprecher per Sprachausgabe vorlesen kann. Dieser leitet den Schall durch den das Hörorgan umgebenden Schädelknochen weiter,  das System kommt völlig ohne Kopfhörer aus. Der Nutzer steuert das System mit seinen natürlichen Zeigegesten. Dort, wo der Finger hinzeigt, beginnt das System vorzulesen. Weitere Anwendungen für die OrCam-Brille sind in Planung, z. B. für  Menschen mit Leseschwäche oder Demenzkranke, die sich mit dem Alltagshelfer besser zurecht finden. Auch der wachsenden Zahl von Menschen mit altersbedingten Seheinschränkungen könnte dieses System helfen.  OrCam ist ein gutes Beispiel wie technische Unterstützungssysteme die Lebensqualität von alten und behinderten Menschen verbessern können im Sinne des ambient assisted living (AAL), Quelle: www.orcam.com Wie funktioniert OrCam: Hier zum Video

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Kommentare

Hallo, es ist nicht immer alles selbstverständlich. Daher ist es schön, wenn auch Blinde sehen können. Auch wenn es nicht mit den eigenen Augen möglich ist, dann sollte es wenigstens anders gehen. Danke für den tollen Beitrag!

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Dr. Ursula Kramer - Die Ap(p)othekerin bloggt auf HealthOn

Die Bloggerin

Die Vision eines gerechten, patientenorientierten Gesundheitssystems treibt die Ap(p)othekerin Dr. Ursula Kramer an. Digitalisierung sieht sie als Möglichkeit, diesem Ziel näher zu kommen. Seit 2011 testet sie Qualität, Sicherheit und Anwenderfreundlichkeit von Gesundheits-Apps. Sie will Transparenz schaffen und digitale Gesundheitskompetenz fördern. Sie teilt die Erfahrung aus der Analyse vieler tausender Gesundheits-Apps in Blogbeiträgen, Vorträgen und Publikationen. Mehr...