Apple: Medical Apps mit Quellen, bitte!

  • erstellt am: 20.09.2013
  • von: ursula.kramer

Offensichtlich reagiert Apple auf die zunehmende Zahl von healthApps, die sich ohne Quellen zu benennen mit gesundheitsbezogene Informationen und Tipps an Verbraucher richten. Apps ohne Quellenangaben werden zukünftig zurückgewiesen und nicht mehr veröffentlicht.

Quelle: imedicalapps.com

Wir meinen: Das ist ein erster, wichtiger Schritt in Richtung Qualitätsverbesserung.

Es bleibt allerdings abzuwarten, wie Apple prüft. Sitzen dort die medizinsichen Fachleute, die die Richtigkeit von wissenschaftlichen oder medizinischen Quellenangaben beurteilen können? Status Quo in deutscher Gesundheits-Apps? Wenn wir die von healthon bisher getesteten 91 health-Apps zugrunde legen, scheitert die große Mehrheit an der neuen Qualitätshürde von Apple. Lediglich 17 der 91 geprüften Gesundheits-Apps machen Angaben zu Quellen, nur 13 von 91 nennen Autoren, die die erforderliche medizinische Fachkompetenz aufweisen, um gesundheitsbezogene Tipps geben zu können. Mit dem healthonApp-Ehrenkodex fordern wir neben der Nennung von Quellen und Autoren auch Angaben, um Interessenkonflikte transparent darzustellen. Eine vertrauenswürdige Gesundheits-Apps informiert auch über ihre Finanzierung sowie ihre Werbepolitik. Außerdem halten wir eine Information zum Datenschutz für unverzichtbar, selbst wenn die App keine personenbezogenen Daten erhebt. Schließlich bieten die Smartphones viele Möglichkeiten, Nutzer zu überwachen und aus der Kombination von Daten sehr detailierte Nutzerprofile zu erstellen, so Dr. Kramer von der Initiative Präventionspartner. Dieser Tatsache können verantwortliche App-Anbieter mit einer transparenten Datenschutzerklärung begegnen. Das tun bisher lediglich 31 der 91 getesteten Gesundheits-Apps. Zur healthon-Datenbank Weitere Details  

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Dr. Ursula Kramer - Die Ap(p)othekerin bloggt auf HealthOn

Die Bloggerin

Die Vision eines gerechten, patientenorientierten Gesundheitssystems treibt die Ap(p)othekerin Dr. Ursula Kramer an. Digitalisierung sieht sie als Möglichkeit, diesem Ziel näher zu kommen. Seit 2011 testet sie Qualität, Sicherheit und Anwenderfreundlichkeit von Gesundheits-Apps. Sie will Transparenz schaffen und digitale Gesundheitskompetenz fördern. Sie teilt die Erfahrung aus der Analyse von mittlerweile über 10.000 Apps in Blogbeiträgen, Vorträgen und Publikationen. Mehr...