EU Kommission fragt: mhealth beflügeln, aber wie?

  • erstellt am: 11.04.2014
  • von: ursula.kramer

Die Europäische Union eröffnet die Diskussion mit Entwicklern, Serviceprovidern und Healthcare Professionals über Rahmenbedingungen und Förderinitiativen, die wir in Europa brauchen, um das Potential von mhealth  in Zukunft optimal zu nutzen. Das Positionspapier "Green Paper on mobile Health" konkretisiert die Fragestellungen, von denen sich die EU im offenen Diskurs mit Experten und Verbraucherverbänden bis zum 3. Juli Lösungen erwartet. Wege zur Etablierung von Qualitäts- und Transparenzstandards von Gesundheits-Apps zählen zu den zentralen Fragestellungen. Die Initiative Präventionspartner wird die Erfahrungen mit dem HealthonApp Ehrenkodex und die Ergebnisse aus der Testung von über 130 Gesundheits-Apps gerne in diese Diskussion einbringen. Derzeit fördert die EU mit ca. 100 Millionen Euro mhealth Initiativen, weitere 100 Mio. stehen für die nächsten 2 Jahre bereits zur Verfügung. Hier einige Beispiele geförderter  mhealth-Projekte:


  • NephronPlus: Das Projekt wird mit 5 Millionen Euro gefördert und unterstützt Dialysepatienten durch die mobile Steuerung einer "künstlichen Niere" .
  • GlucoTab: Ein besserer Datentransfer (z. B. Blutglucose, Nahrungsaufnahme, eingenommenen Arzneimitteln, Insulin Sensititivtät) vom Patienten zu den Behandlern in den Kliniken soll die Datenbasis für Therapie-Entscheidungen verbessern und damit auch die langfristig erzielbaren Ergebnisse (Outcome) für den Patienten. Therapeuten können die Daten über Apps auf ihren Tablet-PCs aufrufen.
  • MobiGuide: Verbessert die therapeutische Begleitung chronischer Patienten. Sensoren erfassen Vitalparamenter (Herzfrequenz, Blutdruck, Blutzucker), die Daten werden kontinuierlich ausgewertet und daraus Handlungsempfehlungen für den Betroffenen abgeleitet. Dieser erhält z. B. Tipps zu Verhaltensänderungen, die Aufforderung, einen Behandler zu kontaktieren. In Pilotprojekten wurde das System zur Betreuung von Risikoschwangerschaften sowie für Patienten mit Herzinsuffizienz eingesetzt.
  • Positive Technology App (InterStress Projekt): Der Nutzer taucht mit Hilfe seines Smartphones oder Tablet-PCs in eine virtuellen 3-D Umgebung ein. Sensoren in Spezialarmbändern übertragen Informationen zur Herz- und Atemfrequenz, die App wertet diese aus. Der Nutzer lernt, sein Stressniveau selbst zu steuern.

Quelle: MobiHealthEuropean Commission asks for help from industry to encourage mobile health

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Dr. Ursula Kramer - Die Ap(p)othekerin bloggt auf HealthOn

Die Bloggerin

Die Vision eines gerechten, patientenorientierten Gesundheitssystems treibt die Ap(p)othekerin Dr. Ursula Kramer an. Digitalisierung sieht sie als Möglichkeit, diesem Ziel näher zu kommen. Seit 2011 testet sie Qualität, Sicherheit und Anwenderfreundlichkeit von Gesundheits-Apps. Sie will Transparenz schaffen und digitale Gesundheitskompetenz fördern. Sie teilt die Erfahrung aus der Analyse von mittlerweile über 10.000 Apps in Blogbeiträgen, Vorträgen und Publikationen. Mehr...