Pharma-Apps: Multifunktionale Adhärenz-Helfer mit Potential

  • Erstellt am: 08.03.2017
  • von: ursula.kramer

Wie eine aktuelle Marktstudie zeigt, richtet sich derzeit mehr als die Hälfte (53,7%) aller Mitgliedsunternehmen von vfa (Verband Forschender Arzneimittelhersteller) und Pro Generika (Verband der Generika- und Biosimilarunternehmen in Deutschland) mit therapieunterstützenden Apps, sog. Companion-Apps, an Patienten (1).

Die Rationale: Bleiben Fragen und Bedenken des Patienten im Hinblick auf eine Arzneimitteltherapie unbeantwortet, kann dies zum vorzeitigen Therapieabbruch führen, mit negativen Auswirkungen nicht nur für den Patienten, sondern auch für das Unternehmen, das das Arzneimittel vertreibt. Eine Companion-App, die für den Patienten auch nach dem Arztbesuch allzeit griffbereit bleibt, kann dank technischer Möglichkeiten Feedback-, Erinnerungs- und Motivationsbotschaften überall und jederzeit vermitteln und durch Symptom- und Therapietagebuch das Krankheitsverständis unterstützen. Weil in der Regel viele Impulse notwendig sind, um Verhalten anzustoßen und dauerhaft zu verändern, liegen auf Companion-Apps insbesondere in der Versorgung von Menschen mit chronischen Erkrankungen, z. B. Diabetes, Bluthochdruck, Schmerz, Asthma, Multipler Sklerose, große Hoffnungen.

HealthOn hat die Apps von Arzneimittelherstellern untersucht, die derzeit über Google Play für Patienten und Verbraucher kostenlos und in deutscher Sprache verfügbar sind. Demnach bietet jede zweite App (49 %; n=73) Anwendern einen komplexen Unterstützungsansatz (1). Den akzeptierten Modellen zur Psychologie der Verhaltensänderung folgend, versuchen diese Apps die Adhärenz nicht nur durch Erinnerung an die Arzneimitteleinnahme zu verbessern, sondern durch Information, Anleitung, Feedback und Motivation. Doch die Apps mit Potential zum Adhärenz-Helfer werden bisher noch wenig genutzt (1). Verantwortlich dafür sind u. a. auch die Rahmenbedingungen, die eine Nutzung der Apps in der Arzt-Patienten-Kommunikation erschweren:

  • Intransparenz des Marktes: Es ist schwer Gesundheits-Apps überhaupt zu finden, sowohl für Patienten als auch für Ärzte. s. Gesundheits-App Dilemma.
  • Große Unsicherheit in der Einschätzung der Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit von Gesundheits-Apps: Fehlende Orientierung schwächt die App-Akzeptanz bei Nutzern und Empfehlern und erklärt u. a. die zurückhaltende App-Nutzung s. Gesundheits-Apps: Angebot, Nachfrage, Bedarf
  • Fehlende Information zur Evidenzlage: Ob der Einsatz von Companion-Apps die Arzneimittel-Adhärenz dauerhaft verbessern kann, wird intensiv erforscht (1,2). Ärzte, die ihren Patienten die Nutzung einer App empfehlen, wollen wissen, ob und wenn ja, mit welchem Ergebnis eine App getestet wurde. s. Expertenview

Weiter zu den Testberichten aller untersuchten Pharma-Apps.
Benchmark Pharma-Apps: Marktstudie 12/2016

Quellen:

  1. Marktanalyse Pharma-Apps 12/2016. Untersucht wurde das App-Angebot für Patienten und Verbraucher von insgesamt 67 Arzneimittelherstellern. Von den identifizierten Apps (wurden 73 untersucht. Die Testberichte finden sich in der HealthOn-Datenbank. Die vollständige Marktanalyse ist über den geschlossenen Bereich der HealthOn Website zugänglich. Informationen zur Methodik, Leistungsumfang und Nutzungsgebühr der Marktstudie.
  2. Santo K et al. (2017). Mobile Phone Apps to Improve Medication Adherence: A Systematic Stepwise Process to Identify High-Quality Apps. JMIR Mhealth Uhealth. 2016 Dec 2;4(4):e132.
  3. Zanetti-Yabur A (2017). Exploring the usage of a mobile phone application in transplanted patients to encourage medication compliance and education. Am J Surg. 2017 Feb 17

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