Übersichtsarbeit: Wie gut sind Gesundheits-Apps?

  • erstellt am: 21.06.2017
  • von: ursula.kramer

Was bestimmt Qualität und Risiko? Welche Orientierungshilfen gibt es - für die Nutzer dieser Apps, also für Patienten und Verbraucher, sowie für Therapeuten, die auf App-Empfehlungen von ihren Patienten angesprochen werden? Was ist überhaupt eine Gesundheits-App, was eine Medizin-App? Das sind Fragen, die aufgrund der zunehmenden Digitalisierung der Gesundheitsversorgung vermehrt auf der Agenda stehen - von gesundheitspolitisch Verantwortlichen (1, 2) ebenso wie von Patientenorganisationen (3), Ärzteverbänden (4) und Krankenkassen (5).

Wie gut sind Gesundheits-Apps? Übersichtsarbeit Kramer U.

Eine aktuelle Übersichtsarbeit gibt Antworten. Angeregt wurde die Arbeit von Prof. Bischoff, der in Dresden am Ernährungskongress 2016 den Vortrag "Was ist eine gute Gesundheits-App?" gehört hat, und die Vortragende als Autorin für die Zeitschrift Aktuelle Ernährungsmedizin gewinnen konnte. In diese Übersichtsarbeit fließt die Erfahrung aus mehr als fünf Jahren intensiver Beschäftigung mit Digital Health im allgemeinen und mit der Qualität und Sicherheit von Gesundheits- und Medizin-App im Besonderen (6,7,8).

Mit ihrem Team hat die Autorin über 6000 Gesundheits-Apps analysiert. Die strukturierten Testberichte von über 600 Apps sind zusammengeführt auf HealthOn, der größten Testdatenbank für Gesundheits-Apps in Deutschland. Das Wissen über Gesundheits-Apps und deren Risiken stellt HealthOn Verbrauchern praktisch anwendbar als Checkliste zur Verfügung. "Wenn Nutzer verstehen, woher das Risiko einer Gesundheits-App kommt und was sie selbst tun können, um sich vor diesen Risiken zu schützen, ist ein wichtiger Schritt in Richtung selbstbestimmter Nutzung getan," so die Autorin der Übersichtsarbeit, Dr. Ursula Kramer.

Wer sich für das Konzept der Einstufung von Gesundheits-Apps in Risikoklassen interessiert und den Ansatz des HealthOn Ehrenkodex kennenlernen will, dem sei die Lektüre der Übersichtarbeit empfohlen. Den Lesern wird danach außerdem klar, warum eine gute App nur eine App sein kann, die auch aktiv genutzt wird, und warum zu den Qualitätskriterien einer Gesundheits-App deshalb auch immer Aspekte der Usability und User Experience zählen.

Link zur Übersichtsarbeit: Kramer, U. Wie gut sind Gesundheits-Apps? Aktuel Ernahrungsmed 2017; 42(03): 193-205. DOI: 10.1055/s-0043-109130

Quellen:

  1. Gröhe will keine Zertifizierung für Gesundheits-Apps, Deutsche Apotheker Zeitung 06/2017
  2. Durchblick im Dschungel der Gesundheits-Apps, Hintergrundgespräch der Grünen, 10/2016
  3. Verbände entwickeln Qualitätskriterien für Diabetes-Apps. HealthOn, 11/2016
  4. Ärztepräsident will Qualitätssiegel für Gesundheits-Apps. Bild. 05/2017
  5. Studie Gesundheits- und Versorgungs-App. im Auftrag der Techniker Krankenkasse, 6/2015
  6. Online-Portale weltweit zur Orientierung für Verbraucher, HealthOn, 11/2016
  7. Qualität heißt Nutzen und Sicherheit für den Patienten, HealthOn, 11/2016
  8. Bewertung von Gesundheits-Apps: Lernen von Portalen weltweit, HealthOn 06/2017

 

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Dr. Ursula Kramer - Die Ap(p)othekerin bloggt auf HealthOn

Die Bloggerin

Die Vision eines gerechten, patientenorientierten Gesundheitssystems treibt die Ap(p)othekerin Dr. Ursula Kramer an. Digitalisierung sieht sie als Möglichkeit, diesem Ziel näher zu kommen. Seit 2011 testet sie Qualität, Sicherheit und Anwenderfreundlichkeit von Gesundheits-Apps. Sie will Transparenz schaffen und digitale Gesundheitskompetenz fördern. Sie teilt die Erfahrung aus der Analyse von mittlerweile über 10.000 Apps in Blogbeiträgen, Vorträgen und Publikationen. Mehr...