Gesundheits-Apps: Qualität, Nutzung, Hürden, Zukunftspotentiale

  • Erstellt am: 13.07.2017
  • von: ursula.kramer

Fast 1.400 Verbraucher, Patienten, Ärzte, Apotheker, Krankenkassen und Pharmaunternehmen (n = 1.394) haben sich an der Online-Befragung GAPP2* beteiligt und ihre Haltung zu bzw. ihre Erwartungen an Health-Apps eingebracht. Die Befragung wurde vor drei Jahren im Rahmen der Public Consultation on Mobile Health der Europäischen Kommission schon einmal durchgeführt (1). Mit Unterstützung verschiedener Kooperationspartner (2) wurden sie im 2. Quartal 2017 als GAPP2-Studie wiederholt. Die vollständig ausgefüllten Fragebögen (n=775) wurden statistisch ausgewertet:

GAPP2 - Gestaltungsimpulse für Entscheider

Die Ergebnisse sind für alle relevant, die wissen wollen, was Qualität einer Gesundheits-App aus der Perspektive von Ärzten, Verbrauchern und Patienten und Krankenkassen bedeutet, welche Einsatzgebiete für sinnvoll erachtet werden, welche Nutzungshürden die Befragten sehen, welche Maßnahmen den Einsatz von Gesundheits-Apps als Bausteine in Therapiekonzepten aus ihrer Sicht fördern könnten und wie die Zukunftspotentiale von Gesundheits-Apps eingeschätzt werden.
Die Einschätzungen zu diesen fünf Frageclustern wurden fragebogengestützt erfasst und jeweils durch Freitextfelder ergänzt. Die zahlreichen Kommentare (n=885)  liefern eine Fülle von Anregungen und Erkenntnissen, die für die Gestaltung von digitalen Transformationsprozessen insbesondere für Entscheider bei Krankenkassen, ärztlichen Fachgesellschaften sowie bei Patientenorganisationen wertvolle Impulse geben können. Auch die Entwickler von Gesundheits-Apps gewinnen ein vertieftes Verständnis dafür, was die Akzeptanz einer App nicht nur bei Nutzern, sondern auch bei Ärzten und Krankenkassen stärken kann.

Auszüge aus dem Ergebnisbericht:

  • Die Zahl der Nutzer von Gesundheits-Apps hat deutlich zugenommen. Unter den Studienteilnehmern geben 80% der Verbraucher, 39% der Krankenkassenvertreter und 30% der Ärzte an, Gesundheits-Apps zu nutzen.
  • Mit dem Schutz persönlicher Nutzerdaten steht und fällt für über 80% der Befragten die Qualität von Gesundheits-Apps. Verpflichtende Datenschutzauflagen für alle App-Anbieter könnten die Bereitschaft zur Nutzung von Health-Apps deutlich erhöhen, so die Meinung der meisten Verbraucher (90,4%), Ärzte (85,6%) und Krankenkassen (85,4%).

Tatsächlich informiert derzeit nur etwa jede dritte Gesundheits-App (29,9%) über den Schutz der Nutzerdaten, wie die Analyse von über 600 deutschsprachigen Gesundheits-Apps zeigt.

  • Insbesondere Verbraucher und Patienten haben hohe Erwartungen an die zukünftige Nutzung von Gesundheits-Apps, die ihrer Meinung nach die Eigenmotivation stärken (82,4%) bzw. zur Entlastung von Ärzten und Pflegekräften (74,3%) beitragen können.
  • Damit sich diese Erwartungen erfüllen, halten Verbraucher die gesetzliche Festlegung von Qualitätskriterien für Gesundheits-Apps (82,4%) und die Schulung von Nutzern (72,8%) sowie von Ärzten und Apothekern (75,0%) im Umgang mit Gesundheits-Apps für entscheidende Maßnahmen.

Weiter zum vollständigen Ergebnisbericht mit über 50 Abbildungen und mehr als 800 Kommentaren der befragten Teilnehmer.

 

* GAPP - Gesundheits-Apps in der Aufklärung, Prävention und Patientenführung. Chancen, Risiken & Zukunftspotentiale.

Quellen:

  1. Kramer U, Beyer S, Scherenberg V (2014). GAPP study: Health Apps for information, prevention and patient support. Assessment of perceived risks, chances, hurdles and effective measures to realize future potential for healthcare system. GAPP-Studie. 5 - Contributions from Organisations p 255-275.  EU Consultation on Mobile Health. https://ec.europa.eu/digital-single-market/en/news/summary-report-public-consultation-green-paper-mobile-health
  2. Studiensteckbrief mit Informationen für Kooperationspartner: Liste der Studienpartner, Details zum erwarteten Ergebnisbericht der GAPP2-Studie www.healthon.de/GAPP2-Studiensteckbrief .

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