Blutdruck-Apps: Sinnvolle Bausteine in der Patientenversorgung?

  • erstellt am: 29.11.2018
  • von: anne.striegel
Blutdruck-Apps: Sinnvolle Bausteine in der Patientenversorgung? Screening Blutdruck-Apps 10/2018
Blutdruck-Apps: Sinnvolle Bausteine in der Patientenversorgung? Screening Blutdruck-Apps 10/2018
Beschreibung: 

Blutdruck-Apps: Sinnvolle Bausteine in der Patientenversorgung?
Screening Blutdruck-Apps 10/2018

Blutdruck-Apps werden als vielversprechende, neue Werkzeuge diskutiert, um die Selbstbefähigung von Patienten zu stärken. Hier ein Blick auf die aktuellen Unterstützungsprofile von Blutdruck-Apps, wie sie im Oktober 2018 in den großen Stores für deutschsprachige Verbraucher und Patienten angeboten werden:

  • Viele Apps machen die Selbstkontrolle für Patienten einfacher, durch Kopplung mit Messgeräten werden Messdaten automatisiert in das Tagebuch übernommen
  • Viele Apps geben dem Nutzer nach Eingabe unmittelbar eine Einordnung der Blutdruckmesswerte - normal, hoch, viel zu hoch
  • Aber: Die Blutdruckgrenzwerte der Apps entsprechen nicht immer den Empfehlungen der Fachgesellschaften
  • Die meisten Apps prüfen die Dateneingabe nicht nach Pausibiliät, d. h. auch Fehler bei der Eingabe lasse sich abspeichern
  • Viele Blutdruck-Apps können neben den Blutdruckwerten auch Medikation und Lebensstildaten aufzeichnen
  • Nur wenige Blutdruck-Apps unterstützen mit Informationen das Krankheitsverständnis
  • Die Blutdruck-Apps bieten eine Möglichkeit, Daten mit Ärzten zu teilen, in einer Form, die den Arzt vor große Probleme stellt, weil viele Fragen im Zusammenhang mit der Nutzung der vom Patienten generierten Daten nicht geklärt sind (Datenschutz, Haftung, Honorierung)

Können sie die Versorgung von Hypertonikern tatsächlich verbessern?
Randomisierte, klinische Studien zeigen, dass die Dosisfindung schneller und erfolgreicher verläuft, wenn der behandelnde Arzt auf Daten aus der Blutdruckselbstmessung telemedizinisch zugreifen und die Arzneimitteltherapie direkt anpassen kann. Die Deutsche Hochdruckliga fordert daher, dass die Werte aus Blutdrucktagebüchern datensicher in Praxissysteme transferiert und so zukünftig vom Arzt in der Therapieeinstellung genutzt werden können.

Quellen & Grundlagen: 

©HealthOn, Dr. Ursula Kramer, www.healthon.de, Stand 11/2018  
Screening Blutdruck-Apps 10/2018 in Google Play. Suchbegriff: Blutdruck. Angezeigte Suchtreffer 250 Apps. Berücksichtigt wurden Blutdruck-Tagebuch-Apps, die deutschsprachig und kostenlos verfügbar sind. Insgesamt wurden 29 Apps identifiziert. Davon wurden 17 Apps getesten. Nicht getestet wurden Apps, deren Aktualisierung länger als 2 Jahre zurückliegt, die technisch nicht ausführbar waren, die nur gekoppelt an ein Messgerät funktionieren, die kaum nachgefragt werden, Alter der App/erreichte Downloads.

  1. Schaeffer D, Berens EM, Vogt D: Health Literacy in the German population – results of a representative survey. Dtsch Arztebl Int 2017; 114:53-60. DOI: 10.3238/arztebl.2017.005.     https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=4148
  2. DiMatteo, M. R., Med. Care 42 (2004) Partridge, A. H., et al., J. Natl. Cancer Inst. (2002) Clin Lymphoma Myeloma Leuk 2018; 18(3); https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29429817
  3. Bluthochdruck in Zahlen, Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL, Stand 04/2015 https://www.hochdruckliga.de/bluthochdruck-in-zahlen-presse.html
  4. Smartphone-Markt: Konjunktur und Trends, Bitkom Research, Stand 02/2018 https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/30-Milliarden-Markt-rund-um-das-Smartphone.html

Bildnachweis: Designed by macrovector / Freepik; Font Awesome

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