Risikoklasse für Gesundheits-Apps

Orientierung schaffen für Verbraucher

Nutzen und Risiken von Gesundheits-Apps können sich von App zu App sehr deutlich unterscheiden. Um dies zu verdeutlichen und Verbrauchern Orientierung zu geben, hat die Initiative Präventionspartner eine Risikoskala entwickelt, die Gesundheits- und Medizin-Apps in vier Risikoklassen einteilt. Nutzer, die die Risiken einer Gesundheits- oder Medizin-App für sich einschätzen können, bewegen sich sicherer in den App-Stores. Sie können selbstbestimmt ihre Wahl treffen und sich mit vertrauenswürdigen Gesundheits-Apps sinnvoll unterstützen.

Rationale der neuen Risikoskala: Abhängig von den Unterstützungsmöglichkeiten, die die App dem Nutzer bietet, wird die App mehr oder weniger intensiv eingesetzt werden.

  • Mit der Intensität der Nutzung einer App steigt nicht nur der Nutzen für den Verbraucher, sondern auch das potentielle Risiko, durch etwaige Fehl- oder Falschinformation Schaden nehmen zu können.
  • Je mehr Daten der Nutzer von sich Preis gibt und mit der App verwalten oder auswerten möchte, und je sensibler diese Daten sind, umso stärker fällt dies bei der Risikoeinschätzung einer App ins Gewicht.
Gesundheits- & Medizin-Apps: Risikoklassen 1-4 (www.healthon.de, © Initiative Präventionspartner, Dr. Ursula Kramer, 10/2015)Gesundheits- & Medizin-Apps: Risikoklasse 3 (www.healthon.de, © Initiative Präventionspartner, Dr. Ursula Kramer, 10/2015)Gesundheits- & Medizin-Apps: Risikoklasse 4 (www.healthon.de, © Initiative Präventionspartner, Dr. Ursula Kramer, 10/2015)Gesundheits- & Medizin-Apps: Risikoklasse 1 (www.healthon.de, © Initiative Präventionspartner, Dr. Ursula Kramer, 10/2015)Gesundheits- & Medizin-Apps: Risikoklasse 2 (www.healthon.de, © Initiative Präventionspartner, Dr. Ursula Kramer, 10/2015)

Auf der Skala lassen sich vier verschiedene Risikoklassen (1 bis 4) unterscheiden. Je höher die Risikoklasse einer Gesundheits-App, umso wichtiger ist es, die App sorgfältig zu prüfen, bevor man dieser App persönliche Gesundheitsdaten anvertraut.

Checkliste Gesundheits-Apps für Verbraucher und Patienten

Die von der Initiative Präventionspartner entwickelte Checkliste Gesundheits-Apps basiert auf der Erfahrung der Testung von über 500 Gesundheits-Apps und der Analyse von über 6.000 Apps. Über die HealthOn Datenbank können Verbraucher und Patienten diese Testberichte einsehen und dabei Gesundheits-Apps nach Anwendungsgebieten, Funktionsumfang sowie nach Qualität und Transparenz der gesundheitsbezogenen Informationen suchen.

Die Checkliste Gesundheits-Apps stärkt die selbstbestimmte und medienkompetente Nutzung von Gesundheits-Apps. Verbraucher und Patienten können damit

  • die Risikoklasse einer App ermitteln.
  • Identifizieren, worauf sie bei einer App achten sollten, um deren Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit einschätzen zu können.

Weiter zur Checkliste für Gesundheits-Apps

Berechung der Risikoklasse: Algorithmus der App-Checkliste

Das potentielle Risiko einer Gesundheits-App für den Nutzer lässt sich auf einer Risikoskala abbilden. Es leitet sich u. a. ab

  • aus dem Unterstützungsumfang einer App.
    Was kann die App, wie individuell zugeschnitten sind z. B. die Motivationsbotschaften oder Empfehlungen für den Nutzer? Je mehr die App über den Nutzer weiß und dessen Lebensstil, umso genauer können Unterstützungen ansetzen – umso aussagekräftiger wird jedoch auch das Gesundheitsprofil des Nutzers, und damit auch der Schaden, wenn diese in unbefugte Hände Dritter gelangt.
  • aus der Bedeutung der App für den Nutzer bzw. den sog. Anwendungskontext: Welche Bedeutung misst der Nutzer der Gesundheits-App zu? Will ein chronisch erkrankter Patient mit der App z. B. die dokumentieren Daten und deren Auswertungen mit seinem Arzt teilen, um z. B. Entscheidungen für die weitere Therapie zu treffen? Dann muss er sich z. B. auf die Informationen, Empfehlung oder die Auswertung von Daten verlassen können.

Als Maß zur Berechnung der Risikoklasse einer Gesundheits-App, werden folgende Faktoren einbezogen:

  • Basisfaktoren: Jeder Unterstützungsfunktion wird ein Wert zugeordnet, bei einem hohen Risiko eine höherer Wert, bei einem geringen Risiko ein niedriger Wert, z. B. Apps zur reinen Informationsvermittlung haben den niedrigsten Wert, das Teilen von personenbezogenen Gesundheitsdaten mit Dritten ist mit einem hohen Wert belegt. Alle Werte werden addiert, hat eine App fünf Unterstützungsfunktionen, wird die Summe aus fünf Werten gebildet.
  • Verstärkungsfaktoren: Der aus den Unterstützungsfunktionen ermittelte Wert wird jetzt multipliziert, und erhöht sich je nach Höhe der folgenden vier Faktoren:
    • Anwendungskontext: Der Faktor für Fitness-Apps ist am niedrigsten, der für Apps zur Diagnose oder Therapie von Krankheiten am höchsten.
    • Häufigkeit der Anwendung: Wird die App häufig angewendet, ist der Faktor höher, als wenn die App nur einmalig genutzt wird.
    • Vertrauenswürdigkeit/Bekanntheit des Anbieters: Der Faktor für Anbieter, deren Beweggründe und Ziele nicht bekannt wird, ist höher als der Faktor für Anbieter, die vertrauenswürdig und bekannt sind.
    • Kosten der App: Wird die App kostenlos angeboten, ist der Faktor höher, als für kostenpflichtige Angebote, da der Nutzer damit rechnen muss, dass er mit seinen Daten für die App-Nutzung bezahlt.

Überführt in einen Algorithmus, lässt sich für Gesundheits-Apps reproduzierbar und transparent ein Wert berechnen, der zwischen 0 und über 70 liegt und eine Einordnung auf der vierstufigen Risikoskala ermöglicht. Die Risikoklasse bietet einen Anhaltspunkt für das potentielle Risiko, das von der App für den Nutzer ausgehen kann, von der Risikoklasse 1 mit dem niedrigsten potentiellen Risiko bis zur Risikoklasse 4 mit dem höchsten potentiellen Risiko.

Wichtig: Die Risikoskala ist zur Orientierung für Verbraucher gedacht. Das tatsächliche Risiko kann der Nutzer durch die Einzelprüfung der App - z. B. mit Hilfe der Checkliste - einschätzen. Die Checkliste Gesundheits-App soll den selbstbestimmten, medienkompetenten Umgang mit Gesundheits-Apps fördern und dabei helfen, vertrauenswürdige Angebote zu finden.

 

Neuen Kommentar schreiben

Filtered HTML

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • The Lexicon module will automatically mark terms that have been defined in the lexicon vocabulary with links to their descriptions. If there are certain phrases or sections of text that should be excluded from lexicon marking and linking, use the special markup, [no-lexicon] ... [/no-lexicon]. Additionally, these HTML elements will not be scanned: a, abbr, acronym, code, pre.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
Aktualisieren Type the characters you see in this picture. Schreiben Sie die Buchstaben oder Zahlen, die angezeigt werden, in das Textfeld. Groß- und Kleinschreibung werden nicht unterschieden. Wenn Sie die Zeichen nicht entziffern können, einfach auf Aktualisieren klicken, dann erscheinen neue Bildzeichen.  Zur Audiowiedergabe wechseln.