38 Gesundheits-Apps von 137 Krankenkassen: Markttest 08/13

  • erstellt am: 30.08.2013
  • von: sarah.beyer

Die Fülle und Vielfalt der Alltagshelfer für Gesundheitsinteressierte und Patienten ist beindruckend und wächst weiter stark an. Weltweit umfasst das Angebot derzeit mehr als 849.000 Android-Apps (1), 17,7% davon werden in gesundheitsassoziierten Kategorien angeboten wie Gesundheit & Fitness, Medizin, Essen & Trinken, Lifestyle. Was bieten deutsche Krankenkassen derzeit ihren Versicherten? Die Initiative Präventionspartner hat dazu im August 2013 das Angebot von 137 Krankenkassen untersucht (2): Wie viele Kassen-Apps mit gesundheitsbezogenen Informationen gibt es derzeit in Google Play? An welche Anwendergruppen richten sich die Krankenkassen, mit welchen Methoden arbeiten die Apps und wie transparent und fundiert sind die gesundheitsbezogenen Informationen für die Versicherten? Die Ergebnisse:

  • Derzeit umfasst das Angebote 38 Kassen-Apps  (3) Innerhalb von einem Jahr hat sich die Zahl der Apps damit verdoppelt (+ 100 %)
  • Unterstützungshilfen für die Vorsorge dominieren das Angebot ( 55 %)
  • Bei den verwendeten Methoden steht das Auffinden von Unterstützungs- und Hilfeangeboten im Fokus (76%)
  • Jede fünfte ( 18%) der Kassen-Apps bietet eine Erinnerungsfunktion, damit Arzt-, Vorsorge- oder Impftermine nicht vergessen werden.
  • Jede vierte App ( 24%) bietet die Möglichkeiten, Gesundheitsinformationen nutzerspezifisch und interaktiv abzufragen.
  • Qualität der gesundheitsbezogenen Informationen:
    • Fast alle Kassen-Apps sind frei von Werbeeinblendungen, explizite Angaben zur Werbepolitik macht jedoch keine der Kassen.
    • Fast keine App ( 3%) gibt Aufschluss über die Finanzierung
    • Kontaktdaten ( 87%) und Impressum ( 84%) innerhalb der App sind weitgehend vorhanden.
    • Was größtenteils fehlt, sind die Angaben zu Autoren ( 5%), zu den verwendeten Quellen ( 16%) sowie zum Stand der gesundheitsbezogenen Informationen.
    • Bei zwei Drittel ( 66%) aller Apps fehlen Angaben zum Datenschutz, obwohl mittlerweile vielen Nutzern klar ist, welche umfassenden Möglichkeiten Smartphones eröffnen, unerlaubt Nutzerdaten auszuspähen.

Fazit: Die derzeitigen Angebote richten sich hauptsächlich an gesunde Versichertengruppen und fokussieren auf Unterstützungen im Bereich der Primärprävention. Für Chroniker (Diabetes, Bluthochdruck, COPD, Asthma, KHK) gibt es bisher von Kassenseite keine App-Unterstützung. In Sachen Qualität und Transparenz der gesundheitsbezogenen Informationen könnten Kassen durch freiwillige Angaben z. B. von Autor, Quellen, Stand der Information, Werbe- und Finanzierungspolitik, Datenschutz eine Vorbildrolle übernehmen und Nutzer auf diese Weise für Qualitätskriterien sensibilisieren, auf die sie achten sollten, wenn der Absender einer Gesundheits-App nicht die eigene Krankenkasse, sondern ein unbekannter Anbieter ist. Alle Testergebnisse sind in Kürze in der Datenbank von healthon verfügbar und über die healthon-App auch mobil abrufbar. Quellen: (1) Android-App Statistik August 2013 (2) Liste der gesetzlichen Krankenkassen (3) Hinweis: Angeboten wurden insgesamt 40 Kassen-Apps, eine davon ausschließlich für Tablet-PCs, eine weitere konnte nicht überprüft werden, weil die Registrierung nicht möglich war.

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Mit unabhängigen Analysen informiert HealthOn, die Informations- und Bewertungsplattform für Gesundheits-Apps in Deutschland, über Trends und Entwicklungen auf dem Gebiet der digitalen Gesundheit. Die digitale Transformation ist eine Chance, die Gesundheitsversorgung zu verbessern. HealthOn will die dazu erforderliche Transparenz über die Qualität und den Nutzen der Apps schaffen und die Gesundheitskompetenz der App-Anwender stärken. Denn: Verbraucher, Patienten sollen Gesundheits- und Medizin-Apps selbstbestimmt nutzen können, Therapeuten sollen in der Lage sein, sie dabei zu unterstützen. Mehr...